
Am 12. August 2007 jährte sich der Geburtstag von Miguel Torga (1907-1995) zum hundertsten Mal.
Sein hundertster Geburtstag bietet sich als passende Gelegenheit an, neue Annäherungen an sein Werk zu unternehmen.
Torgas Schriften begleiten den größten Teil des 20. Jh. Ihre Neubewertung, wie sie auf dem Hamburger Kolloquium angestrebt wird, dient nicht zuletzt dazu, das portugiesische vergangene Jahrhundert in seiner Widersprüchlichkeit einer vielfältigen Wiederlektüre zu unterziehen. Die aus unterschiedlichen Ländern stammenden Vortragenden des Kolloquiums widmen sich diesem Anliegen mit je unterschiedlichen Fragestellungen und Themenschwerpunkten.
Innerhalb der internationalen Lusitanistik nimmt diese Veranstaltung damit eine Sonderstellung ein. Denn sie ist die einzige universitäre Auseinandersetzung mit Miguel Torgas Werk zu diesem Anlaß außerhalb Portugals.
Die portugiesische Stiftung Calouste Gulbenkian organisierte am 17. und 18. Oktober 2007 im eigenen Kulturzentrum in Paris ein Torga-Kolloquium. In Portugal selbst wird nur von der Universität Porto eine akademische Tagung zu diesem Thema veranstaltet, und zwar am 22. und 23. November 2007. Dem Hamburger Kolloquium wird mit seinen renommierten portugiesischen, spanischen, italienischen, brasilianischen und deutschen Teilnehmern und Teilnehmerinnen daher eine wichtige Rolle zukommen, die über die Ehrung des großen Schriftstellers hinausgeht und sich auf die Auseinandersetzung mit der portugiesischen Literatur des 20. Jh. bezieht.
Im Rahmen des Hamburger Torga Kolloquiums wird außerdem eine Ausstellung zu Torgas Leben und Werk präsentiert, und am 13. wird im Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek das Theaterstück „O Paraíso“, von der Theatergruppe des Portugiesisch-Deutschen Instituts der Universität zu Köln aufgeführt.